fromglobetrotter 117 days ago (26.1.2012 12:06:11)
globetrotter: 18.11.2011
Also, ich weiß nicht wie ich sagen soll, aber der heutige Tag war der Hammer! Sowohl der Reiseführer als auch die bisherigen Weggefährten und vorherigen Berichte haben über GIBRALTAR mehr oder weniger abfällige Bemerkungen fallen lassen, aber ich habe das überhaupt nicht so empfunden. Das war das Ereignis schlechthin! „The Rock“ (eine richtige Granate, vorgeschoben im Meer) sieht man ja hin und wieder schon von weitem, auch AFRIKA, aber direkt davor zu sein, ist was ganz anderes. Zunächst mal fährt man zwangsläufig auf die Grenze zu, die vorher einen Großparkplatz bietet, der faktisch direkt vor dem Felsen liegt. Das der sich zumindest in dieser Jahreszeit als WOMO-Stellplatz entpuppt (der erste in SPANIEN überhaupt und auch noch kostenlos!) ist schon mal ein Phänomen. Und einen besseren Blick kann man gar nicht haben! Man steht wirklich „in front of the rock“, der nachts angestrahlt wird und die britische Fahne weht oben, welche hin und wieder durch Wolken im Lichtspiel verschwindet. Grandios! Ich brauchte nur mit dem Fahrrad um die Ecke biegen und schon war ich im VEREINIGTEN KÖNIGREICH. Klar es ist nichts weitläufig, alles eng und turbulent, aber ich bin dann um „the rock“ herumgeradelt, und zwar Strecken, wo kein WOMO hinkommt, weil die Straßen wegen Durchfahrtsverbot gesperrt sind. Man fährt durch Tunnel und halbe Hinterhöfe und kommt dann am EUROPA-PUNKT heraus. Ganz im Süden an der Spitze mit einer Moschee im Rücken kann man auf die Straße von GIBRALTAR blicken und sieht sogar Häuser von MAROKKO. Sensationell! Vorher habe ich Rast gemacht im öffentlichen Strandbad. Da ist zwar keine Sau mehr, aber die Temperaturen waren immer noch so, dass man hätte ohne weiteres hätte baden können. Ich hab dann oben rum alles abwerfen müssen und erstmal verschnauft. Dann gings rückzu in die (überschaubare, weil ansonsten viel Hafen und Wohnviertel) Innenstadt mit einer Hauptflaniermeile und ein paar Nebengassen. Dort habe ich mein Rad abgestellt und ersteinmal auf dem zentralen Platz Kaffee und Eis zu mir genommen. Es war bereits gegen 16.30 Uhr, so dass ich mich bereits damit angefreundet hatte, morgen nochmals in die Stadt zu fahren, um mit der Kabinen-Bahn (1 Fahrt 4,50 €) nach oben zu kommen und dann herunter zu wandern. Auf dem Rückweg durch die Stadt bin ich dann etwas oberhalb gelaufen (enge, verschnörkelte Gassen „Ramps“) und auf einmal stand ich vor dem „Foothpath to Upper Rock“. Scheiße, dachte ich jetzt gehtst du hier auf, den Zugang habe also ich nur durch Zufall gefunden. Und wie es manchmal so ist, kommt mir ein Pärchen entgegen und wollte mich vergewissern, ob das auch der richtige Weg ist: da waren das natürlich Deutsche! Allles richtig, nur weiter. Es wurde zwar langsam dunkel, „the rock“ ist um diese Zeit menschenleer und unbeleuchtet, aber ich dachte: scheiße, die Affen musst du jetzt noch sehen. Biege um 3 Ecken, sehe ich die ersten Jugendlichen (teilweise mit Auto) rumhängen, es werden nach ein paar hundert Metern immer mehr, dann frage ich und der AMIGO zeigt ganz freundlich mit dem Finger den Berg hinauf: „look, there are the monkeys!“ Und tatsächlich, weiter oben, Trauben von Autos und Jugendlichen und mittendrin die Affen! Bin dahin und habe halbe Lachkrämpfe bekommen und ohne Ende Fotos geschossen. Die saßen überwiegend zwar nur so rum (auch auf den Autos), aber 2 hatten ihren Spaß mit einem Jungen wollten unbedingt Huckepack genommen werden. Ich habe mich bald weggeworfen. Ganz zu schweigen von dem Ausblick da oben nach ALGECIRAS und SPANIEN und natürlich AFRIKA. Nach dem Abstieg bin ich an einem Chor vorbei, der Weihnachtslieder sang (obwohl hier einige noch teilweise mit Flip-Flops rumrennen und alles draußen sitzt) und habe mir mein Abschlussbierchen gegönnt. Und wie ich so sitze, denke ich, kannste auch gleich essen. Nix da, Küchenschluss. Egal, denke ich, gibt’s eben Nudeln im Bus und zische mein Bierchen. Es dauerte keine 10 Minuten, kam der Kellner um die Ecke, bot im Korb kostenlos „spare-rips“ an, die nicht verkauft wurden. Klar, denke, nimmste eins, wenns nichts kostet. Der ist dann rumgegangen und kam nach 5 Minuten mit Chicken Wings. Ich solle doch gleich 2 nehmen, die fliegen sonst weg (welch ein Wortspiel!). Es war dann so, dass er noch 2 mal mit den Tapas-Resten kam und ich faktisch ein Abendessen umsonst hatte!!! Dann halb angetrunken durch die Grenzstation, direkt an der Autoschlange vorbei und jetzt habe ich erst mal registriert (weil ja alles angeleuchtet ist), an was für einem tollen Platz ich übernachten darf. Mittlerweile hat sich der Platz auch gut gefüllt. Ein echter Geheimtipp. Keine Sau schreibt darüber etwas im Internet, ich habe mehrfach recherchiert! Das größte aber war direkt nach meiner Ankunft hier. Fahre einen Bogen um den Platz, sehe einen Camper mit dem Kennzeichen „GR = Görlitz“, dachte, muss ich mich direkt daneben stellen. Der fummelte zunächst an seinem Bus rum und sah mich und kurzer Blickkontakt und schon war ein Gespräch im Gange. Unglaublich! Der Mann fährt sein 23 Jahren mit seinem Bus in der Weltgeschichte rum. Aber nicht nur EUROPA, der war bisher auf alles Kontinenten (außer AUSTRALIEN), also auch IRAN, KASACHSTAN, CHINA, SÜDAMERIKA, LIBYEN, ALASKA und keine Ahnung wo noch. Stammt aus dem Sudetenland, lebte nach dem Krieg im Allgäu, hat jetzt Wohnsitz in KÖNIGSHAIN bei BAUTZEN und ein Haus in REICHENBERG im ISERGEBIRGE und ist 85 Jahre alt!!! Steht jetzt hier, hat mir ein Paar Tipps für GIBRALTAR gegeben und bereitet sich auf seinen Trip nach WESTAFRIKA vor (OSTAFRIKA hat er bereits in 2-3 Jahren absolviert). Das erlebst du niemals als Pauschaltourist! Abgesehen von der Sprache, den Preisen, den „Bobbies“, den Telefonzellen und der Kleidung der Schulkinder ist hier nichts wirklich britisch. Es gibt deutsches Becks, alles fährt rechts und das Wetter ist sowieso spanisch (teilweise heute schwül, jetzt um 22.00 Uhr sind immer noch 16 grad). Kurzum – ich bin begeistert. Werde mir jetzt noch einen Becher SANGRIA reinpfeifen und dann morgen hochmotivert TARIFA ansteuern und hoffentlich keinen Absturz erleben ;-)
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globetrotter: 18.11.2011
Also, ich weiß nicht wie ich sagen soll, aber der heutige Tag war der Hammer! Sowohl der Reiseführer als auch die bisherigen Weggefährten und vorherigen Berichte haben über GIBRALTAR mehr oder weniger abfällige Bemerkungen fallen lassen, aber ich habe das überhaupt nicht so empfunden. Das war das Ereignis schlechthin! „The Rock“ (eine richtige Granate, vorgeschoben im Meer) sieht man ja hin und wieder schon von weitem, auch AFRIKA, aber direkt davor zu sein, ist was ganz anderes. Zunächst mal fährt man zwangsläufig auf die Grenze zu, die vorher einen Großparkplatz bietet, der faktisch direkt vor dem Felsen liegt. Das der sich zumindest in dieser Jahreszeit als WOMO-Stellplatz entpuppt (der erste in SPANIEN überhaupt und auch noch kostenlos!) ist schon mal ein Phänomen. Und einen besseren Blick kann man gar nicht haben! Man steht wirklich „in front of the rock“, der nachts angestrahlt wird und die britische Fahne weht oben, welche hin und wieder durch Wolken im Lichtspiel verschwindet. Grandios! Ich brauchte nur mit dem Fahrrad um die Ecke biegen und schon war ich im VEREINIGTEN KÖNIGREICH. Klar es ist nichts weitläufig, alles eng und turbulent, aber ich bin dann um „the rock“ herumgeradelt, und zwar Strecken, wo kein WOMO hinkommt, weil die Straßen wegen Durchfahrtsverbot gesperrt sind. Man fährt durch Tunnel und halbe Hinterhöfe und kommt dann am EUROPA-PUNKT heraus. Ganz im Süden an der Spitze mit einer Moschee im Rücken kann man auf die Straße von GIBRALTAR blicken und sieht sogar Häuser von MAROKKO. Sensationell! Vorher habe ich Rast gemacht im öffentlichen Strandbad. Da ist zwar keine Sau mehr, aber die Temperaturen waren immer noch so, dass man hätte ohne weiteres hätte baden können. Ich hab dann oben rum alles abwerfen müssen und erstmal verschnauft. Dann gings rückzu in die (überschaubare, weil ansonsten viel Hafen und Wohnviertel) Innenstadt mit einer Hauptflaniermeile und ein paar Nebengassen. Dort habe ich mein Rad abgestellt und ersteinmal auf dem zentralen Platz Kaffee und Eis zu mir genommen. Es war bereits gegen 16.30 Uhr, so dass ich mich bereits damit angefreundet hatte, morgen nochmals in die Stadt zu fahren, um mit der Kabinen-Bahn (1 Fahrt 4,50 €) nach oben zu kommen und dann herunter zu wandern. Auf dem Rückweg durch die Stadt bin ich dann etwas oberhalb gelaufen (enge, verschnörkelte Gassen „Ramps“) und auf einmal stand ich vor dem „Foothpath to Upper Rock“. Scheiße, dachte ich jetzt gehtst du hier auf, den Zugang habe also ich nur durch Zufall gefunden. Und wie es manchmal so ist, kommt mir ein Pärchen entgegen und wollte mich vergewissern, ob das auch der richtige Weg ist: da waren das natürlich Deutsche! Allles richtig, nur weiter. Es wurde zwar langsam dunkel, „the rock“ ist um diese Zeit menschenleer und unbeleuchtet, aber ich dachte: scheiße, die Affen musst du jetzt noch sehen. Biege um 3 Ecken, sehe ich die ersten Jugendlichen (teilweise mit Auto) rumhängen, es werden nach ein paar hundert Metern immer mehr, dann frage ich und der AMIGO zeigt ganz freundlich mit dem Finger den Berg hinauf: „look, there are the monkeys!“ Und tatsächlich, weiter oben, Trauben von Autos und Jugendlichen und mittendrin die Affen! Bin dahin und habe halbe Lachkrämpfe bekommen und ohne Ende Fotos geschossen. Die saßen überwiegend zwar nur so rum (auch auf den Autos), aber 2 hatten ihren Spaß mit einem Jungen wollten unbedingt Huckepack genommen werden. Ich habe mich bald weggeworfen. Ganz zu schweigen von dem Ausblick da oben nach ALGECIRAS und SPANIEN und natürlich AFRIKA. Nach dem Abstieg bin ich an einem Chor vorbei, der Weihnachtslieder sang (obwohl hier einige noch teilweise mit Flip-Flops rumrennen und alles draußen sitzt) und habe mir mein Abschlussbierchen gegönnt. Und wie ich so sitze, denke ich, kannste auch gleich essen. Nix da, Küchenschluss. Egal, denke ich, gibt’s eben Nudeln im Bus und zische mein Bierchen. Es dauerte keine 10 Minuten, kam der Kellner um die Ecke, bot im Korb kostenlos „spare-rips“ an, die nicht verkauft wurden. Klar, denke, nimmste eins, wenns nichts kostet. Der ist dann rumgegangen und kam nach 5 Minuten mit Chicken Wings. Ich solle doch gleich 2 nehmen, die fliegen sonst weg (welch ein Wortspiel!). Es war dann so, dass er noch 2 mal mit den Tapas-Resten kam und ich faktisch ein Abendessen umsonst hatte!!! Dann halb angetrunken durch die Grenzstation, direkt an der Autoschlange vorbei und jetzt habe ich erst mal registriert (weil ja alles angeleuchtet ist), an was für einem tollen Platz ich übernachten darf. Mittlerweile hat sich der Platz auch gut gefüllt. Ein echter Geheimtipp. Keine Sau schreibt darüber etwas im Internet, ich habe mehrfach recherchiert! Das größte aber war direkt nach meiner Ankunft hier. Fahre einen Bogen um den Platz, sehe einen Camper mit dem Kennzeichen „GR = Görlitz“, dachte, muss ich mich direkt daneben stellen. Der fummelte zunächst an seinem Bus rum und sah mich und kurzer Blickkontakt und schon war ein Gespräch im Gange. Unglaublich! Der Mann fährt sein 23 Jahren mit seinem Bus in der Weltgeschichte rum. Aber nicht nur EUROPA, der war bisher auf alles Kontinenten (außer AUSTRALIEN), also auch IRAN, KASACHSTAN, CHINA, SÜDAMERIKA, LIBYEN, ALASKA und keine Ahnung wo noch. Stammt aus dem Sudetenland, lebte nach dem Krieg im Allgäu, hat jetzt Wohnsitz in KÖNIGSHAIN bei BAUTZEN und ein Haus in REICHENBERG im ISERGEBIRGE und ist 85 Jahre alt!!! Steht jetzt hier, hat mir ein Paar Tipps für GIBRALTAR gegeben und bereitet sich auf seinen Trip nach WESTAFRIKA vor (OSTAFRIKA hat er bereits in 2-3 Jahren absolviert). Das erlebst du niemals als Pauschaltourist! Abgesehen von der Sprache, den Preisen, den „Bobbies“, den Telefonzellen und der Kleidung der Schulkinder ist hier nichts wirklich britisch. Es gibt deutsches Becks, alles fährt rechts und das Wetter ist sowieso spanisch (teilweise heute schwül, jetzt um 22.00 Uhr sind immer noch 16 grad). Kurzum – ich bin begeistert. Werde mir jetzt noch einen Becher SANGRIA reinpfeifen und dann morgen hochmotivert TARIFA ansteuern und hoffentlich keinen Absturz erleben ;-)